McQueen dokumentiert: Der Skull
Auf den Spuren der Ursprünge einer Haussignatur.
Mit Episode 4 von Documenting McQueen setzt McQueen seine Erkundung des Hausarchivs fort — eine Filmreihe, die den Codes und Geschichten gewidmet ist, welche das Haus prägen.
Dieses Kapitel widmet sich einem seiner beständigsten Embleme: dem charakteristischen McQueen Skull, einer Ikone, die tief in der Kultur und der Geschichte des Hauses verankert ist.
Seit den 1990er-Jahren kehrte Lee Alexander McQueen immer wieder zum Skull-Motiv zurück und verband es mit Themen der Natur sowie dem viktorianischen Konzept des „Memento Mori“ — einem symbolischen Hinweis auf die Sterblichkeit und die Vergänglichkeit des Lebens.
Besonders bekannt ist es durch den ikonischen Skull-Scarf-Print sowie durch die Integration in die charakteristische Knuckle-Hardware von Taschen und Accessoires; zugleich erscheint das Skull-Motiv in vielfältigen Formen in zahlreichen McQueen-Kollektionen.
Bei der Herbst/Winter-Show 1996 „Dante“ war ein vollständiges Skelett als Teil des Publikums inszeniert, während knocheninspirierte Kopfbedeckungen sich durch die Kollektion zogen.
Auch in der Herbst/Winter-Kollektion 2001 „What a Merry Go Round“ spielte das Motiv eine zentrale Rolle. Look 65, ein dramatisches handgestricktes Kleid, zeigte ein großes Totenkopf- und gekreuzte Knochenmotiv auf der Brust — eine Anspielung auf den „Jolly Roger“, die Flagge, die Piratenschiffe im 18. Jahrhundert bei Angriffen auf See führten.
Look 65, Autumn Winter 2001 ‘What a Merry Go Round’
Die Erzählung um den Piraten taucht in der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2003 „Irere“ erneut auf, in der der klassische McQueen Skull Scarf erstmals präsentiert wurde. Auf übergroßer Seide bedruckt, wurde der Schal durch Ledergürtel geführt und an der Taille getragen.



Skull Scarf, Spring Summer 2003 ‘Irere’
Der Skull-Print kehrte anschließend in der „Black“-Show von 2004 zurück, die eine Auswahl von Looks aus verschiedenen McQueen-Kollektionen vereinte. Die Show eröffnete mit Kate Moss, die in einem mit Skull-Print und Verzierungen gestalteten Kleid tanzte, choreografiert und aufgeführt gemeinsam mit dem britischen zeitgenössischen Tänzer Michael Clark.
Die Performance erinnerte an einen Totentanz („danse macabre“) — eine frühneuzeitliche Allegorie, die den Tod als großen Gleichmacher darstellt — und griff damit erneut die anhaltende Relevanz des Memento Mori in McQueens Arbeit auf.
The ‘Black’ Show 2004. Model: Kate Moss
Obwohl der Skull Scarf seit seinem Debüt im Jahr 2003 eine feste Haussignatur von McQueen geblieben ist, kehrte er erst in der Herbst/Winter-Saison 2025 auf den Laufsteg zurück.
Inspiriert von Oscar Wilde und Themen der Dekadenz zeigte die Kollektion den Skull-Print in der Herren-Ready-to-wear — auf einem zarten, transparenten Oberteil aus kräftig karnationsgrüner Seiden-Georgette. Auch der Skull Scarf selbst zeigte sich erneut im Styling von Taschen und Accessoires.
Sein Revival ging über den Laufsteg hinaus und manifestierte sich in maßgeschneiderten Looks für Freunde des Hauses. Charli XCX trat beim Glastonbury Festival 2025 in einem Custom Look auf, bestehend aus einem Oberteil mit Skull-Print, kombiniert mit distressed Skull Scarves in Pink und Violett.
Bei den British Fashion Awards 2025 wurde der Skull-Print zudem als Eveningwear neu interpretiert. Ein maßgeschneidertes Kleid, getragen von Alex Consani, aus geschichtetem und drapiertem Chiffon mit Skull-Print, fiel kaskadenartig um den Körper und betonte ein Hüftausschnitt-Detail.
Captured by Chanel Moye. Music by Joss Davy.
Image Credits:
Robert Fairer
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